Die französische Hotellerie steht an einem Scheideweg. Angesichts strengerer Vorschriften, steigender Betriebskosten und wachsender Gästeanforderungen stehen Hotels in ganz Frankreich unter Druck, sich weiterzuentwickeln. Auf der FHT Paris 2025 kamen Branchenführer zusammen, um zu erörtern, wie die digitale Transformation den Hotelbetrieb verändert und dabei über Schlagworte hinausgeht und konkrete Auswirkungen zeigt.
Die Sitzung „Digitalisierung im Gastgewerbe: Vom Backoffice zum Gästeerlebnis“ brachte Experten von Shiji, Groupe Madeho, FutureLog und aus dem Luxusgastgewerbe zusammen, um die betrieblichen und strategischen Auswirkungen der Digitalisierung von der Küche bis zum Gästezimmer zu diskutieren.
Wichtige Erkenntnisse
Beginnen Sie im Backoffice: Digitale Tools optimieren die Bestandsverwaltung, Beschaffung und Wartung, sodass sich die Teams ganz auf die Gäste konzentrieren können.
Echtzeit-Betrieb: Mobile Apps und Sensoren steigern die Effizienz und Reaktionsfähigkeit in allen Abteilungen.
Daten ermöglichen Personalisierung: Tools wie GRI™ von Reviewpro wandeln Gästefeedback in umsetzbare Erkenntnisse um.
Nachhaltigkeit ist digital: Technologie unterstützt Umweltbemühungen, reduziert Abfall und verbessert die Energienutzung.
Menschen treiben den Wandel voran: Der Erfolg hängt von engagierten Teams und den richtigen Technologiepartnern ab.
Warum die digitale Transformation nicht mehr optional ist
Die Podiumsdiskussion begann mit einer überzeugenden Bestandsaufnahme: Hotels stehen heute vor einer doppelten Herausforderung: einem angespannten Arbeitsmarkt und steigenden Erwartungen der Gäste. Tatsächlich gibt eine wachsende Zahl von Millennial-Reisenden – laut aktuellen Daten 57 % – an, dass Technologie einen wesentlichen Einfluss auf ihre Hotelwahl hat. Vor diesem Hintergrund muss die digitale Transformation hinter den Kulissen beginnen, um an der Rezeption und darüber hinaus einen echten Mehrwert zu schaffen. Iulia Catineanu, Sales Manager bei Shiji, formulierte es so:
„Bei der Optimierung der internen Abläufe geht es nicht nur um Effizienz, sondern um das Überleben. Digitale Tools sind die Brücke zwischen operativer Exzellenz und unvergesslichen Gästeerlebnissen.“
Iulia Catineanu, Sales Manager bei Shiji
Digitalisierung des Backoffice: Zeit sparen, Kosten senken
Sébastien Calmejane, Business Development Director bei FutureLog, hob hervor, wie Hotels durch intelligente Automatisierung geringwertige Aufgaben eliminieren können. „Früher dauerte die Inventur Tage. Mit mobilen Apps und Barcode-Scanning ist sie jetzt in wenigen Stunden erledigt, mit weniger Fehlern und vollständiger Rückverfolgbarkeit.“
Das Gleiche gilt für die Beschaffung. Anstatt WhatsApp-Nachrichten und PDFs zu jonglieren, können Hoteliers mit wenigen Klicks Bestellungen über Webshops aufgeben. Angesichts der Tatsache, dass Frankreich plant, Papierrechnungen bis September 2026 auslaufen zu lassen, war die Botschaft klar: Es ist jetzt Zeit zu handeln.
Océane Lahaye von der Groupe Madeho stellte Anwendungsfälle aus der Praxis vor, von Kühlschranksensoren, die die Temperaturerfassung automatisieren, bis hin zu digitalen Housekeeping-Apps, die Teams in Echtzeit verbinden: „Wir sind von Papier-Checklisten zu vorausschauender Wartung übergegangen. Das spart Zeit und gewährleistet eine gleichbleibende Qualität.“
Transformation des Gästeerlebnisses durch Technologie
Die digitale Transformation beschränkt sich jedoch nicht nur auf operative Verbesserungen. Wenn sie bewusst umgesetzt wird, ist sie ein Umsatztreiber.
Digitale Tools entlasten das Personal. „Das bedeutet mehr Zeit für einen intensiveren Kontakt mit den Gästen und mehr Möglichkeiten, das Erlebnis auf ihre Vorlieben zuzuschneiden“, betont Léon Zhang Bao, der über 25 Jahre Erfahrung im Finanzwesen von Luxushotels verfügt.
Er betont, dass menschliche Beziehungen nach wie vor unersetzlich sind, digitale Tools jedoch die Fähigkeit verbessern, Gäste zu bedienen, ihre Wünsche zu antizipieren und sie zu binden. Bei der Groupe Madeho hat diese Philosophie zur Einführung von CRM-Systemen, semantischer Bewertungsanalyse und automatisierten Gästebotschaften geführt, die alle darauf abzielen, die Zufriedenheit und Loyalität zu steigern.

Was zählt, muss gemessen werden: Reputation, Bewertungen und Umsatz
Durch den Einsatz von Tools wie dem Global Review Index (GRI™) von Reviewpro erhalten Hotels in Echtzeit Einblick in Reputationstrends auf verschiedenen Plattformen.
„Wir verfolgen nicht nur die Bewertungen, wir reagieren auch darauf“, so Océane. “Wenn der GRI sinkt, gehen wir der Sache auf den Grund. Oft handelt es sich um operative Probleme, die wir beheben können, beispielsweise durch zusätzliche Mitarbeiterschulungen oder eine bessere Ausstattung der Zimmer.“
Und der Return on Investment ist messbar. Eine Studie der Cornell University hat ergeben, dass ein Anstieg des GRI um einen Punkt mit einem Anstieg des durchschnittlichen Zimmerpreises um 0,89 % und einer Steigerung der Auslastung um 0,54 % einhergeht.
Nachhaltigkeit und digitale Transformation gehen Hand in Hand
Das Gespräch drehte sich auch um die steigende Nachfrage nach umweltbewusstem Reisen. Da 68 % der Reisenden aktiv nach umweltfreundlichen Hotels suchen, spielt auch hier die digitale Transformation eine Rolle, von automatisierten Energiemanagementsystemen bis hin zu Tools zur Reduzierung von Lebensmittelabfällen.
Die kürzlich erfolgte Clé Verte-Zertifizierung der Groupe Madeho ist das Ergebnis einer unternehmensweiten Initiative, die sowohl durch das Engagement der Mitarbeiter als auch durch die digitale Infrastruktur vorangetrieben wurde.
Fazit
Die Podiumsdiskussion endete mit einem Aufruf zum Handeln: Eine erfolgreiche digitale Transformation hängt weniger vom Kauf von Tools ab als vielmehr vom Aufbau einer Kultur der kontinuierlichen Verbesserung.
„Warten Sie nicht auf die perfekte Lösung. Entscheiden Sie sich, stellen Sie Ressourcen bereit, hören Sie Ihren Teams zu und wiederholen Sie den Prozess“, riet Léon Zhang Bao und übertrug die Erfahrungen aus dem Luxushotelgewerbe auf die gesamte Branche.
Sehen Sie sich die gesamte Podiumsdiskussion an: (auf Französisch)







